Die beweglichsten Assets der Logistik haben keinen Motor.

Container, Wechselbrücke, kranbarer Sattelauflieger: Sie wechseln zwischen Lkw, Zug und Schiff, ohne dass jemand die Ladung anfasst.

Was das heißt: Wer in Transport und Logistik investieren will, muss keine Spedition kaufen. Die Ladeeinheit selbst ist das Asset – genormt, beweglich und im Kombinierten Verkehr gesetzlich begünstigt.

Wechselbrücke auf Stützbeinen neben einem Container auf einem Tragwagen

Drei Ladeeinheiten tragen den Kombinierten Verkehr

Jede ist für einen anderen Engpass gebaut: Palettenbreite, Stapelbarkeit oder Höhe.

Wechselbrücke Klasse C

7.450 oder 7.820 mm lang, 2.550 mm breit – breit genug für zwei Europaletten nebeneinander. 18 bzw. 19 Paletten. Genormt nach EN 284.

40'-High-Cube-Container

12.192 × 2.438 × 2.896 mm, 76,3 m³. ISO-Code 45G1. Zugelassen nach CSC, mit festgelegter Stapellast.

Kranbarer Sattelauflieger

Bis 4,00{NB}m hoch. Damit er auf die Schiene passt, sollen Strecken ihn auf mindestens 27{NB}cm über Schienenoberkante verladen tragen können.

Alle Maße im Vergleich →

Was der Kombinierte Verkehr darf

44 tSattelkraftfahrzeug mit Container oder Wechselbrücke bis 45' (StVZO § 34 Abs. 6 Nr. 6) statt 40 t
200 kmVor- und Nachlauf zur Bahn vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot ausgenommen (StVO § 30 Abs. 3 Nr. 1)
0 € Kfz-Steuerfür Fahrzeuge, die ausschließlich im Vor- und Nachlauf fahren (KraftStG § 3 Nr. 9)
740 mGüterzuglänge, die das erweiterte TEN-T-Kernnetz bis Ende 2040 ermöglichen muss

Was das heißt: Diese Vorteile gibt es nur, wenn die Ladeeinheit tatsächlich zwischen Straße und Schiene, Binnen- oder Seehafen wechselt. Sie verschaffen dem Kombinierten Verkehr Spielräume, die der reine Straßentransport nicht hat.

Schaufeln und Spitzhacken

Im Klondike-Goldrausch verdienten die Ausrüster sicherer als die Goldsucher. Was das für Wagen, Lokomotiven und Ladeeinheiten im Netzprogramm von Bund und EU heißt.

Zur Analyse →

Häufige Fragen

Was ist Kombinierter Verkehr?

Die Ladeeinheit fährt den Hauptlauf auf der Schiene, dem Binnenschiff oder dem Seeschiff. Auf der Straße fahren nur der Vor- und der Nachlauf zwischen Terminal und Kunde. Die Ladung selbst bleibt in der Einheit.

Wie schwer darf ein Lkw im Kombinierten Verkehr sein?

Bis 44 t, wenn ein dreiachsiges Zugfahrzeug mit zwei- oder dreiachsigem Sattelanhänger Container oder Wechselbrücken bis 45 Fuß befördert. Bei Vor- und Nachlauf zum Schiff gilt das nur bis 150 km Straßenstrecke (StVZO § 34 Abs. 6).

Gilt das Sonntagsfahrverbot?

Nicht für den Kombinierten Verkehr Schiene–Straße bis zum nächstgelegenen geeigneten Bahnhof bis 200 km und nicht für den Verkehr Hafen–Straße im Umkreis von 150 km (StVO § 30 Abs. 3).

Muss man für Vor- und Nachlauf Kfz-Steuer zahlen?

Nein, wenn das Fahrzeug ausschließlich dafür eingesetzt wird und äußerlich als dafür bestimmt erkennbar ist. Das gilt für Container ab 5 m³, Wechselbrücken und Sattelanhänger (KraftStG § 3 Nr. 9).

Was unterscheidet Container und Wechselbrücke?

Der ISO-Container ist 2.438 mm breit und für Stapelung auf Schiff und Terminal zugelassen. Die Wechselbrücke der Klasse C ist mit 2.550 mm palettenbreit, nach EN 284 gebaut, nicht stapelbar und steht auf eigenen Stützbeinen: Der Lkw setzt sie ohne Kran ab.

Was plant die EU für die Schiene?

Bis Ende 2040 sollen im erweiterten Kernnetz 740-m-Güterzüge ohne Sondergenehmigung fahren. Bis Ende 2050 soll das Gesamtnetz vollständig elektrifiziert sein und 22,5 t Achslast zulassen (Verordnung (EU) 2024/1679).

Wie werden Ladeeinheiten finanziert?

Durch Kauf oder Leasing. Container-Leasinggeber bieten feste Formen an, vom kurz laufenden Rahmenvertrag über das Langzeitleasing bis zum Kaufleasing.

Was hat der Klondike-Goldrausch mit Logistik zu tun?

Von mehr als 100.000 Aufbrechenden kamen höchstens 40.000 in Dawson City an, viele kehrten pleite heim. Sicher verdient haben Ausrüster und Transporteure: Der National Park Service schreibt, in Dawson City und Seattle sei mit den Goldsuchern mehr verdient worden als mit dem Goldsuchen.

Wie viel der Containerflotte gehört Leasinggebern?

Rund 47 % der weltweiten Flotte Ende 2025, nach Schätzung des Leasinggebers Triton in seinem Jahresbericht (Form 20-F).